„Die Loge war der Renner“

Unter dieser Schlagzeile berichtete das „Coburger Tageblatt“ über die „Museumsnacht – Nacht der Kontraste“ im September 2008.

Diese Veranstaltung fand zum vierten Male statt, aber zum ersten Mal mit Beteiligung der heimischen Loge „Zur Fränkischen Krone“. Sie öffnete damit wie 16 weitere Institutionen, Museen, Bibliotheken, Theater oder Archive ihre Pforten den Besuchern. 
Schon in Vorberichten wurde auf die Teilnahme der Coburger Freimaurer hingewiesen. In ausführlichen Berichten konnten sich die Leser der beiden Coburger Tageszeitungen über Geschichte und Anliegen der Freimaurerei informieren. 

Die Loge „Zur Fränkischen Krone“ i. O. Coburg ist aus den beiden Bauhütten „Ernst für Wahrheit, Freundschaft und Recht“, gegründet 1816, und „Jean Paul“, 1927, hervorgegangen und mit nun 192 Jahren eine der ältesten Vereinigungen in der Vestestadt. Dank der liberalen Einstellung der Coburger Herzöge, die Protektoren, zum Teil auch Mitglieder oder Ehrenmeister der Loge waren, konnte sich die Maurerei frei entfalten. Nach den dunklen Jahren wurde 1947 das Licht wieder entzündet und vereinigt seitdem wieder Brüder im kleinen, aber feinen Logenhaus im Zinkenwehr, mitten im Herzen Coburgs. 

So bot die „Nacht der Kontraste“ eine willkommenen Gelegenheit, die Freimaurerei einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu wurde der „Tempel“ (in Anlehnung an den Salo-monischen Tempel, der den mittelalterlichen Bauleuten als Idealbau galt und den die Frei-maurer als Symbol eines Humanitätsgebäudes sehen) wie zu einer unserer rituellen, d.h. mit einem festen Ablauf versehenen, Zusammenkünfte eingerichtet. Es wurde eine aufwändige Informationsschrift erstellt und auf großen Tafeln mit Bildern einzelne Themenbereiche dar-gestellt. Daneben gaben in einer kleinen Ausstellung Fayencen, maurischen Gebrauchsge-genständen, Schurze, Bijous, Handschriften etc. Einblick in die Gebräuche und Geschichte der Loge.

Was sich dann aber an diesem Abend, dem 13. September, abspielte, übertraf alle Erwartungen. Schon vor Öffnung bildete sich eine große Menschenschlange vor dem Logentor, die über den ganzen Abend (bis gegen 01.00 Uhr) nicht abriss. Die Brüder hatten Mühe, sich im Haus selbst zu bewegen, so dicht drängten die Besucher nach. Es wurde geschätzt, dass etwa 4000 Interessierte die Bauhütte besuchten.

Was auffiel, war die Disziplin der Besucher, die sich im Flüsterton unterhielten und aufmerk-sam den Erklärungen der Brüder lauschten. Es wurde eine Unzahl Fragen, bemerkenswerter-weise viele von Frauen, gestellt und natürlich alle auch beantwortet. Besonders der Tempel stand im Mittelpunkt des Interesses. Auch hier wurden ausführlich Funktion der Beamten, die Bekleidung, die Einrichtung, der Ablauf eines Treffens der Brüder und vieles mehr erläutert. Gerade diese Offenheit wurde z.T. mit Erstaunen, da wohl nicht erwartet, aber immer positiv, aufgenommen. 

In vielen Einzel- und Gruppengesprächen konnten der M.v.St, Br. Rainer Müller, und die Brüder dezidiert Einblicke in unsere Anliegen und Lehre geben. Das Echo reichte von Überraschtsein bis Bestätigung, von Wissen wollen bis Dankbarkeit, so offen und unkompliziert Einblicke und Auskunft zu bekommen.


Schon an diesem Abend berichteten Besucher, dass „die Loge“ das Gespräch in der Stadt sei. So ist auch der nicht abreißende Strom der Gäste erklärlich. Die Brüder, die bis zu 6 Stunden zur Verfügung standen und ebenso lang mit den Besuchern redeten, waren sich einig, dass diese Teilnahme nicht die letzte war. 

Der Erfolg war – gemessen an den Besuchern und Resonanz – überwältigend. Und es ist zu hoffen, dass damit auch die Tätigkeit der Maurerei und ihr humanistisches Anliegen weiterhin und verstärkt in der Öffentlichkeit Beachtung findet.

                                                           
          Br. Rüdiger Hamisch, Redner der Loge „Zur Fränkischen Krone“         
                                                                                                                           

02.11.2008 09.04.2010 „Loge im Fernsehen“

In der Woche vom 06. – 09. 04.2010 sendete das Bayrische Fernsehen das Format „Südwild“, eine Sendung für Jugendliche, aus Coburg. Mit dabei war unser junger Bruder unserer Loge „Zur Fränkischen Krone“, der offen Antwort auf alle Fragen gab. Ferner konnte der BR im Logenhaus einen kurzen Film drehen, wobei der M.v.St, Erläuterungen gab, die das Anliegen der Freimaurerei und die Abläufe bestimmter Handlungen verdeutlichten. 01.05.2010 „Frühjahrstagung der Forschungsloge“


Die Forschungsloge „Quator Coronati“ ist ein Forum für Wissensvermittlung, Forschung und Kommunikation. 1951 gegründet, mit Sitz in Bayreuth, betreibt sie mit rd. 1600 Mitgliedern, auch aus ausländischen Großlogen, freimaurische Forschung und fördert diese durch Zusammenarbeit mit Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten.
01.05.2010 „Stolperstein“ für einen Bruder

Auch in Coburg werden seit einiger Zeit „Stolpersteine“ verlegt. Diese, an der Oberfläche vergoldeten Pflastersteine, werden vor dem Wohnhaus oder dem Arbeitsplatz etc. von Personen gesetzt, die im 3. Reich der Verfolgung ausgesetzt waren oder in KZs den Tod fanden.


Dr. Rudolf Däbritz, 1880 geboren, wurde nach Teilnahme am 1. Weltkrieg 1919 mit 39 Jahren als Direktor an das Gymnasium Casimirianum nach Coburg berufen. Noch nach 10 Jahren Tätigkeit war er der jüngste Oberstudiendirektor in Bayern! Er war Humanist und Christ und ein Anhänger einer ganzheitlichen Bildung. Bei Vorgesetzten, Freunden und den Coburgern genoss er hohes Ansehen.

Mit Beginn der Nazidiktatur wurde Dr. Däbritz wegen seiner Mitgliedschaft in der Coburger Loge, besonders wegen seiner Anwaltschaft auf das Amt des Meisters vom Stuhl, verleumdet, geschmäht und in der Presse übelst angegriffen. Das blieb nicht ohne Folgen:
Am 01. November 1934 wurde er als Schulleiter abgesetzt, degradiert und als Oberstudienrat nach Würzburg „versetzt“. 

Ende August 1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen. Als Bataillonskommandeur in Polen wurde er zum Major d.R. befördert. Auch hier geriet er in Konflikt mit den nationalsozialistischen Machthabern. Als er durch ein Kommando die Plünderung einer Fabrik durch die SS verhinderte, ließ die SS sein Vorleben auf „Zuverlässigkeit“ überprüfen. Man entdeckte, dass er durch ein Versehen des WBK einberufen wurde. Im Herbst 1940 schied er aus der Wehrmacht aus. 

Zurück in Würzburg war er schweren seelischen Belastungen ausgesetzt. U.a. fielen zwei seiner Söhne. Bei einem Bombenangriff am 16. März 1945 half Dr. Däbritz trotz der Bombardierung Brände zu löschen. Nach einer weiteren Welle der Bomber war er von den Helfern abgeschnitten. Er kam im Feuersturm um.

Die Loge „Zur Fränkischen Krone“, die den Stolperstein für Dr. Däbritz initiierte und stiftete, erinnert damit einen verdienten Schulmann und Freimaurer, der die Werte, die er verinnerlichte auch lebte und dafür Verfolgung und persönliche Erniedrigung, Häme und seelische Verletzungen erfuhr. Sein Eintreten für andere, selbst im Felde und bis zu seinem Tode in der Würzburger Bombennacht, wird mit dem öffentlichen Zeichen, dem „Stolperstein“, geehrt. Dieser wird am 01.06.2010 vor seiner Wirkungsstätte, dem Gymnasium Casimirianum in Coburg, gesetzt.
27.07.2011 "Nacht der Kontraste" am 10. September 2011 
unter dem Motto "Coburg und England"

Wir öffnen an diesem Abend wieder unser Logenhaus ... 


Auch wenn es allgemein nicht bekannt ist, so hat die Coburger Loge „Zur Fränkischen Krone“, bzw. ihre Vorgängerloge  „Ernst für Wahrheit, Freund-schaft und Recht“, Verbindungen nach England.
Die Freimaurerei hat sich von der britischen Insel über Europa weltweit verbreitet. Die Coburger Loge wurde 1816 unter dem Patronat des Herzogs Ernst I. von Sachsen–Coburg-Saalfeld  gegründet, der die erforderliche Erlaubnis erteilte und das erste Patronat übernahm. 
Sein Nachfolger Ernst II. führte das Patronat fort. Am 23. Januar 1857 wurde der Herzog in die Loge „Ernst zum Compass“ in Gotha aufgenommen. Im Februar 1857 ernannte ihn die Coburger Loge zm Ehrenmeister. Er nahm an den Arbeiten der Bauhütte regen Anteil und förderte sie.
Herzog Alfred übernahm ebenfalls das Protektorat, war zwar kein Freimaurer, zeigte aber reges Interesse an ihr. 
Auf sein Bestreben hin wurde sein Bruder, dem Prinzen Albert Eduard von Wales, Großmeister der Vereinigten Großlogen von England, dem nachmaligen König Eduard III, die Ehrenmitgliedschaft der Coburger Loge verliehen. 
Der Leibarzt, Vertrauter, Privatsekretär und Berater von König Leopold I. von Belgien und der Königin Viktoria von England, Christian Friedrich Freiherr von Stockmar (1787 – 1863), war Gründungsmitglied und Logenbeamter seit der Installation der Ernstloge.
Sein Ur-Urenkel, Christian von Stockmar von Wangenheim, ist ebenfalls Mitglied der Coburger Loge.
Auch nach Wiedererstehen der Loge 1947 wurden Verbindungen, nun auf privater Basis, zu Freimaurern und Logen in England gepflegt. Mitgliedschaften englischer Brüder in unserer Loge und Besuche belegen diese Beziehungen mit den Mutterland der Freimaurerei.  
                                                                                                 Rüdiger Hamisch
Juni 2011
„Stolperstein“ - Steinverlegung

Von links:
Christian Freiherr von Stockmar von Wangenheim
Künstler Gunter Demning
Rainer Müller
Hans-Jürgen Rüstig
Rüdiger Hamisch